ich


bin der im winter mit vögeln singt
ihre frühlingsfrequenz ist was ich begehr
das kommende blühen das in mich dringt

als plötzlich ihr tirilieren verklingt
der himmel von schreienden krähen umringt
mir sagt was dort kreist bin ich viel mehr



verteidigung des selbstbildes


die angst vor misserfolg
sie fraß mich krümel blieben
verwerflich war mein glaubenssatz
mich hat er aufgerieben
der welten nervenenden
sind mir ins knochenmark geschrieben
der letzte zielkonflikt
ihn hab ich ausgeschwiegen

summierte irrelevanzen
distanzen ohne lohn
ein trottendes gewohnheitstier
halb träge noch halb schläfrig schon
die blutarmut genehm
den herzschlag voller zorn
aufs kopfschütteln gepolt
ein dorn sticht sich am dorn

ein wertneutraler kraftausbruch
ein lachen noch im ärgsten fluch
ein treiben ins vergessen
ein vorher land vermessen



ausdauernd strahl ich


bin ich buschwindröschen?
bin ich waldstern?
bin ich schussecht aus dem schößchen?
bin ich erdfern?

die sonnte treibt mit mir ihr spiel
ihr öffne ich mich stumm und blind
ihr folge ich und trotz dem wind
das ist nicht viel das ist nicht viel



selbstportrait als welle


ein kommen und gehen
nicht von vorn
nicht von hinten
verstehen
ein drehen und wenden
verrauschen und enden



krähen und ich


was hocken die krähen auf der straße
was hacken sie an einer nuss
was drückt mich über die maße
was denke was schreibe ich bloß
was bin ich jenseits vom rampenlicht
was sind die krähen was ist ein gedicht